Am 29. Juli 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf zur EEG-Novelle beschlossen. Für Neuanlagen ab dem 1. Januar 2027 soll es keine feste 20-Jahres-Vergütung mehr geben, sondern einen Systemwechsel Richtung Direktvermarktung – mit einer Übergangszahlung von maximal 36 Monaten und einem Direktvermarktungsbonus von 1,50 ct/kWh für Anlagen unter 25 kW. Der Entwurf ist noch nicht durch Bundestag und Bundesrat.
Was heute schon feststeht: Anlagen, die vor dem 1. Januar 2027 in Betrieb gehen, behalten ihren 20-jährigen Vergütungsanspruch. Wer 2026 baut, sichert sich also die alten Regeln – bei aktuell 7,70 ct/kWh Teileinspeisung für Anlagen bis 10 kWp seit dem 1. August 2026.
Und genau deshalb ist die zweite Frage wichtiger als die erste: Wie viel von deinem Strom bleibt überhaupt im Haus? Dieser Artikel zeigt, wie man mit Sungrow-Technik eine Komplettanlage plant – und welche fertigen Sets es dafür bei uns gibt.
Die SH-T-Serie: ein Hybrid-Wechselrichter für drei Phasen
Die SH-T-Modelle verbinden PV-Anlage, Hochvolt-Batterie und Hausnetz in einem Gerät. Sie sind durchgehend dreiphasig – für Häuser mit dreiphasigem Netzanschluss, Wärmepumpe oder Wallbox der naheliegende Weg.
| Modell | AC-Nennleistung | Preis | Typische Anlagengröße |
|---|---|---|---|
| Sungrow SH10T | 10 kW | 1.188 € | bis ca. 13 kWp |
| Sungrow SH15T | 15 kW | 2.400 € | bis ca. 19 kWp |
| Sungrow SH20T | 20 kW | 2.700 € | bis ca. 26 kWp |
| Sungrow SH25T | 25 kW | 2.940 € | bis ca. 32 kWp |
Faustregel zur Auslegung: Die Modulleistung darf typischerweise rund 30 % über der AC-Leistung des Wechselrichters liegen. Diese Überbelegung ist kein Fehler, sondern Absicht: Die Nennleistung wird ohnehin nur an wenigen Stunden im Jahr erreicht, und in der übrigen Zeit arbeitet der Wechselrichter näher an seinem optimalen Wirkungsgrad.
SBR oder SBH – zwei Speicherserien, ein Prinzip
Beide Serien sind stapelbare Hochvolt-Speicher, die direkt am SH-T hängen. Der Unterschied liegt in der Größe des einzelnen Batteriemoduls – und damit in der Feinheit der Abstufung.
SBR-Serie – Module à 3,2 kWh
| Modell | Kapazität | Module | Preis | je kWh |
|---|---|---|---|---|
| SBR064 | 6,4 kWh | 2 | 2.760 € | 431 € |
| SBR096 | 9,6 kWh | 3 | 3.600 € | 375 € |
| SBR128 | 12,8 kWh | 4 | 4.680 € | 366 € |
| SBR160 | 16,0 kWh | 5 | 5.760 € | 360 € |
| SBR192 | 19,2 kWh | 6 | 6.840 € | 356 € |
| SBR224 | 22,4 kWh | 7 | 7.920 € | 354 € |
SBH-Serie – Module à 5,0 kWh
| Modell | Kapazität | Module | Preis | je kWh |
|---|---|---|---|---|
| SBH100 | 10,0 kWh | 2 | 3.720 € | 372 € |
| SBH150 | 15,0 kWh | 3 | 5.280 € | 352 € |
| SBH200 | 20,0 kWh | 4 | 6.840 € | 342 € |
| SBH250 | 25,0 kWh | 5 | 8.400 € | 336 € |
| SBH300 | 30,0 kWh | 6 | 9.960 € | 332 € |
Die Auswahl in einem Satz: SBR, wenn du in 3,2-kWh-Schritten genau treffen willst und unter 13 kWh bleibst. SBH, wenn du 10 kWh oder mehr brauchst – dort ist der Preis pro Kilowattstunde durchgehend niedriger, bei 30 kWh mit 332 €/kWh sogar um fast 100 € günstiger als der kleinste SBR.
Beide Serien haben dasselbe Muster: Große Speicher sind pro Kilowattstunde deutlich günstiger. Das ist kein Argument, blind zu vergrößern – ein Speicher, der im Winter nie voll und im Sommer nie leer wird, verdient sein Geld nicht zurück. Aber es lohnt sich, beim Grenzfall eher eine Stufe größer zu greifen.
Wie groß muss der Speicher sein?
Die verbreitete Faustformel lautet: 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei etwa gleich großer PV-Anlage in kWp. Sie ist bewusst konservativ. Sinnvoll nach oben abweichen kannst du, wenn du eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hast, wenn du einen dynamischen Stromtarif nutzt – dann verdient der Speicher auch mit Nachtstrom –, oder wenn du auf Notstromfähigkeit für längere Ausfälle Wert legst.
| Jahresverbrauch | PV-Anlage | Speicher | Kombination |
|---|---|---|---|
| 4.000–5.000 kWh | 8–10 kWp | ca. 10 kWh | SH10T + SBH100 oder SBR096 |
| 5.000–7.000 kWh | 12–16 kWp | 13–15 kWh | SH15T + SBR128 oder SBH150 |
| 7.000–10.000 kWh (Wärmepumpe) | 16–20 kWp | 16–20 kWh | SH20T + SBR160 oder SBH200 |
| über 10.000 kWh, Gewerbe | ab 25 kWp | 20–30 kWh | SH25T + SBH250 oder SBH300 |
Die fertigen PV-Komplettsets
Wer nicht selbst kombinieren will, findet die gängigen Paarungen bei uns als abgestimmtes Set – Module, Wechselrichter und Speicher in einer Position.
Einphasig, für kleinere Einfamilienhäuser
| Set | Module | Wechselrichter + Speicher | Preis |
|---|---|---|---|
| 5,1 kWp Starter | 10× AIKO Neostar 510 W | Deye SUN-5K + LV SE-F5 Pro-C | 2.347 € |
| 6,1 kWp | 12× AIKO Neostar 510 W | Deye SUN-6K + LV SE-F5 Pro-C | 2.549 € |
| 7,65 kWp | 15× AIKO Neostar 510 W | Deye SUN-8K + LV SE-F12-C | 3.732 € |
| 10,2 kWp Premium | 20× AIKO Neostar 510 W | Deye SUN-10K + LV SE-F16-C | 4.856 € |
Dreiphasig mit Sungrow-Technik
| Set | Module | Wechselrichter + Speicher | Preis |
|---|---|---|---|
| 10 kWp | 15× AIKO STELLAR 670 W | SH10T + SBR096 (9,6 kWh) | 6.543 € |
| 10 kWp | 15× AIKO STELLAR 670 W | SH10T + SBH100 (10 kWh) | 6.699 € |
| 16 kWp | 24× AIKO STELLAR 670 W | SH15T + SBR128 (12,8 kWh) | 9.888 € |
| 16 kWp | 24× AIKO STELLAR 670 W | SH15T + SBH150 (15 kWh) | 10.499 € |
| 20 kWp | 30× AIKO STELLAR 670 W | SH20T + SBR160 (16 kWh) | 11.970 € |
| 20 kWp | 30× AIKO STELLAR 670 W | SH20T + SBH200 (20 kWh) | 13.099 € |
| 24,8 kWp | 37× AIKO STELLAR 670 W | SH25T + SBR192 (19,2 kWh) | 14.199 € |
| 24,8 kWp | 37× AIKO STELLAR 670 W | SH25T + SBH250 (25 kWh) | 15.749 € |
Ein Blick auf die Paare lohnt: Zwischen dem 20-kWp-Set mit SBR160 und dem mit SBH200 liegen 1.129 € – für 4 kWh mehr Kapazität. Das sind rund 282 € je zusätzlicher Kilowattstunde und damit günstiger als jede Nachrüstung später.
Was in einem Komplettset steckt – und was nicht
Enthalten sind die drei Kernkomponenten: Module, Wechselrichter und Speicher. Nicht enthalten sind in der Regel:
- Unterkonstruktion und Dachhaken – die hängen vom Dachtyp ab (Ziegel, Trapezblech, Flachdach)
- DC-Verkabelung, Überspannungsschutz und AC-Absicherung
- Smart Meter für die Verbrauchsmessung
- Montage und elektrische Inbetriebnahme durch eine Fachkraft
- Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
Kalkuliere für Montage und Installationsmaterial erfahrungsgemäß noch einmal einen erheblichen Anteil der Materialkosten ein. Wer das Set als Materiallieferung kauft und den Elektriker separat beauftragt, fährt oft deutlich günstiger als mit einem schlüsselfertigen Komplettangebot – braucht aber jemanden, der die Anmeldung übernimmt.
Rechenbeispiel: 10 kWp mit 10 kWh Speicher
Angenommen, ein Haushalt verbraucht 5.000 kWh im Jahr und baut das 10-kWp-Set mit SH10T und SBH100.
- Ertrag der Anlage in Deutschland: rund 9.500 kWh im Jahr
- Eigenverbrauch ohne Speicher: rund 30 % → 1.500 kWh
- Eigenverbrauch mit 10 kWh Speicher: rund 65 bis 70 % → etwa 3.400 kWh
- Ersparnis durch Eigenverbrauch bei 35 ct: rund 1.190 € im Jahr
- Einspeisung der übrigen ca. 6.100 kWh bei 7,70 ct: rund 470 €
- Jährlicher Gesamtvorteil: rund 1.660 €
Bei 6.699 € Materialkosten plus Montage ergibt das eine Amortisation im Bereich von zehn bis zwölf Jahren – bei 20 Jahren garantierter Vergütung und einer Modul-Leistungsgarantie über 30 Jahre. Die Zahlen sind Näherungen; Dachausrichtung, Verschattung und dein Lastprofil verschieben sie in beide Richtungen.
Häufige Fragen
Muss meine Anlage 2026 fertig werden?
Fertig sein muss sie nicht – in Betrieb genommen muss sie sein. Anlagen, die vor dem 1. Januar 2027 laufen, behalten nach dem aktuellen Gesetzentwurf ihren 20-jährigen Vergütungsanspruch. Der Entwurf ist allerdings noch nicht verabschiedet; Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen.
Was passiert bei negativen Strompreisen?
Seit dem 25. Februar 2025 entfällt für Neuanlagen die Einspeisevergütung, wenn der Börsenpreis mindestens 15 Minuten lang negativ ist. Diese Stunden werden am Ende der 20-jährigen Förderdauer angehängt. Praktisch heißt das: Je mehr Strom du selbst verbrauchst oder speicherst, desto weniger betrifft dich das.
Kann ich den Speicher später vergrößern?
Innerhalb einer Serie ja – SBR und SBH sind modular aufgebaut. Ein Wechsel zwischen den Serien oder von Niedervolt auf Hochvolt ist dagegen nicht möglich, ohne Komponenten zu tauschen. Deshalb die Größenfrage lieber einmal zu ehrlich als einmal zu knapp beantworten.
Sungrow oder Deye – was ist besser?
Beide bauen gute Hybrid-Wechselrichter. Sungrow ist bei Inbetriebnahme und App etwas zugänglicher und hat in Deutschland ein dichteres Servicenetz; Deye ist konfigurationsstärker und meist günstiger, verlangt aber mehr Parametrierarbeit. Bei den Komplettsets zeigt sich das direkt: Das 25-kWp-Set mit Deye-Wechselrichter kostet rund 1.600 € weniger als das vergleichbare Sungrow-Set.
Brauche ich für 10 kWp einen dreiphasigen Anschluss?
Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Einphasig darfst du in Deutschland maximal 4,6 kVA unsymmetrisch einspeisen. Größere Anlagen gehören auf drei Phasen – auch, damit Notstrom und Wärmepumpe sauber funktionieren.
Lohnt sich ein Speicher überhaupt noch?
Bei 7,70 ct Einspeisevergütung und 35 ct Arbeitspreis beträgt die Differenz rund 27 ct je Kilowattstunde. Jede gespeicherte und später selbst verbrauchte Kilowattstunde ist genau so viel wert. Genau darum ist der Speicher heute wirtschaftlicher als vor fünf Jahren, als die Einspeisung noch 12 Cent brachte.
Fazit
Die Kombination aus SH-T-Wechselrichter und SBH-Speicher ist derzeit der geradlinigste Weg zu einer dreiphasigen Anlage mit Speicher: eine App, ein Ansprechpartner, ein Systemverbund. Die SBH-Serie ist ab 10 kWh die wirtschaftlichere Wahl, die SBR-Serie bleibt sinnvoll, wenn du unter 13 kWh feiner abstufen willst.
Wer maximal aus dem Budget herausholen will, kombiniert AIKO-Module mit einem Deye-Wechselrichter und spart im Vergleich vierstellig. Wer Wert auf ein aufgeräumtes System aus einer Hand legt, nimmt Sungrow. Beide Wege enden bei derselben Deadline – dem 31. Dezember 2026.
Weiterlesen: Welches AIKO-Modul passt auf dein Dach? und Speicher nachrüsten ohne Eingriff in die Anlage.
Stand: August 2026. Preise laut Shop zum Redaktionsschluss. Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsangaben sind Näherungswerte und ersetzen keine individuelle Planung.


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